Textbausteine

Der Hinweis gehört ins Chatfenster. Nicht in die Nutzungsbedingungen.

16 fertige Formulierungen für die Kennzeichnung von KI nach Artikel 50. Kopieren, Klammern ersetzen, einsetzen.

Kostenlos, ohne Anmeldung

Artikel 50 der KI-Verordnung verlangt, dass Menschen erkennen, wenn sie mit KI zu tun haben. Hier stehen die Formulierungen dafür, fertig zum Kopieren. Bei jeder steht, ob sie Pflicht ist oder freiwillig.

Der Termin: Die Transparenzpflichten gelten seit dem 2. August 2026. Für Systeme, die vorher schon liefen, endet die Übergangsfrist am 2. Dezember 2026.

Was Artikel 50 verlangt

AbsatzWen es trifftWas verlangt wird
Abs. 1Anbieter von Systemen, die direkt mit Menschen interagierenDie Person muss erkennen, dass sie mit einem KI-System spricht, außer es ist offensichtlich
Abs. 2Anbieter von Systemen, die synthetische Inhalte erzeugenAusgaben müssen maschinenlesbar als künstlich erzeugt gekennzeichnet sein
Abs. 3Betreiber von Emotionserkennung oder biometrischer KategorisierungBetroffene müssen informiert werden
Abs. 4Betreiber, die Deepfakes veröffentlichen oder KI-Texte zu öffentlichen Angelegenheiten publizierenOffenlegung, dass der Inhalt künstlich erzeugt oder verändert wurde
Abs. 5AlleDer Hinweis muss spätestens bei der ersten Interaktion erfolgen, klar, eindeutig und barrierefrei

Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist nur Absatz 1 wirklich einschlägig, weil sie KI-Systeme einsetzen und nicht selbst anbieten. Absatz 2 trifft in der Regel den Hersteller Ihres Werkzeugs. Absatz 4 wird relevant, sobald Sie KI-erzeugte Bilder oder Videos mit realistischen Personendarstellungen veröffentlichen.

A. Chatbot auf der Website

Pflicht nach Abs. 1

Sobald ein Chatbot ohne menschliche Beteiligung antwortet. Der Hinweis muss vor der ersten Nachricht sichtbar sein, nicht erst im Impressum.

A1 · Begrüßung
Hallo! Ich bin der digitale Assistent von [Firmenname] und antworte automatisch mit Hilfe von künstlicher Intelligenz. Für ein persönliches Gespräch erreichen Sie unser Team unter [Kontakt].
A2 · Fußzeile im Chatfenster
Automatische Antworten durch KI. Angaben ohne Gewähr.
A3 · Übergabe an einen Menschen
Sie sprechen ab jetzt mit [Vorname] aus unserem Team. Beim Rückwechsel: Sie sprechen wieder mit dem digitalen Assistenten.
A4 · Englische Fassung
Hi! I’m [Firmenname]’s digital assistant and I reply automatically using artificial intelligence. To speak with a member of our team, contact us at [Kontakt].

Häufigster Fehler: Der Hinweis steht in den Nutzungsbedingungen, die niemand öffnet. Absatz 5 verlangt die Information spätestens zum Zeitpunkt der ersten Interaktion. Also im Chatfenster selbst, bevor die Nutzerin die erste Frage stellt.

B. Telefonische Sprachannahme

Pflicht nach Abs. 1

Der Hinweis steht am Anfang der Ansage, nicht am Ende.

B1 · Begrüßungsansage
Willkommen bei [Firmenname]. Sie sprechen mit einem digitalen Assistenten, der Ihr Anliegen mit Hilfe künstlicher Intelligenz aufnimmt. Sagen Sie jederzeit „Mitarbeiter“, um mit einer Person verbunden zu werden.
B2 · Kurzform mit Mitschrift
Dieses Gespräch wird von einem KI-System bearbeitet. Zur Qualitätssicherung wird eine automatische Mitschrift erstellt. Informationen zum Datenschutz finden Sie unter [URL].

Wenn Sie mitschneiden oder transkribieren, brauchen Sie zusätzlich eine datenschutzrechtliche Grundlage. Die KI-Kennzeichnung ersetzt die Einwilligung nach der Datenschutz-Grundverordnung nicht.

C. Automatische E-Mail-Antworten

Pflicht, wenn ohne Prüfung versendet

Wenn ein Mensch den KI-Entwurf freigibt, ist die Kennzeichnung freiwillig.

C1 · Vollautomatisch versendet
Diese Antwort wurde automatisch mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und nicht von einer Person geprüft. Bei Rückfragen antworten Sie einfach auf diese E-Mail, dann meldet sich unser Team.
C2 · Mit menschlicher Freigabe, freiwillig
Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von uns geprüft.

C2 ist keine Pflicht. Viele Unternehmen setzen den Hinweis trotzdem, weil er Vertrauen schafft statt es zu kosten. Entscheiden Sie das als Markenfrage, nicht als Rechtsfrage. Und wenn Sie ihn setzen, dann konsequent, sonst wirkt sein Fehlen wie eine Täuschung.

D. Bilder, Video und Ton

Pflicht nach Abs. 4 bei realistischer Darstellung

Wenn der Inhalt reale Personen, Orte oder Ereignisse täuschend echt darstellt und künstlich erzeugt oder verändert wurde. Bei erkennbar illustrativen Grafiken freiwillig.

D1 · Realistische Darstellung
Mit KI erzeugte Darstellung. Ausführlicher, wenn Personen zu sehen sind: Diese Aufnahme wurde mit künstlicher Intelligenz erzeugt. Die abgebildeten Personen sind nicht real.
D2 · Illustration ohne Personen, freiwillig
Illustration: mit KI erstellt. Als Bildnachweis im Impressum: Bildmaterial teilweise KI-generiert.
D3 · Video und synthetische Stimme
Dieses Video enthält KI-generierte Bild- und Tonelemente. Bei synthetischer Stimme zusätzlich: Die Sprecherstimme wurde künstlich erzeugt.

Die Ausnahme für künstlerische, satirische oder fiktionale Werke gilt. Dort genügt eine Offenlegung, die das Werk nicht beeinträchtigt. Für Werbung greift diese Ausnahme in der Regel nicht. Ein realistischer Werbespot mit synthetischen Menschen ist kein Kunstwerk im Sinne der Ausnahme.

E. KI-Texte zu öffentlichen Angelegenheiten

Pflicht nach Abs. 4, entfällt bei redaktioneller Prüfung
E1 · Blog, Ratgeber, Pressetext
Dieser Beitrag wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Bei redaktioneller Prüfung, dann keine Pflicht, aber sauber: Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft von [Name].

Für einen Produkttext im eigenen Onlineshop greift diese Pflicht nicht. Sie zielt auf Beiträge zu Themen von öffentlichem Interesse. Ein Blogartikel über Gesetzesänderungen kann darunterfallen, eine Produktbeschreibung für einen Gartenschlauch nicht.

F. Bewerbungsprozess

Keine unmittelbare Pflicht aus Art. 50, dringend empfohlen
F1 · Hinweis an Bewerbende
Wir setzen im Bewerbungsverfahren KI-gestützte Werkzeuge ein, um eingehende Unterlagen zu strukturieren und vorzusortieren. Über Einladung und Einstellung entscheiden ausschließlich Menschen. Sie können der KI-gestützten Vorsortierung widersprechen. Ihre Bewerbung wird dann manuell bearbeitet, ohne Nachteil für Sie.

Der Satz „Über Einladung und Einstellung entscheiden ausschließlich Menschen“ ist der wichtigste im ganzen Baustein. Er hält Sie aus dem Anwendungsbereich der automatisierten Einzelentscheidung nach Artikel 22 der Datenschutz-Grundverordnung heraus. Er muss allerdings auch stimmen.

G. Emotionserkennung und biometrische Kategorisierung

Pflicht nach Abs. 3

Achtung: Am Arbeitsplatz und in Bildungseinrichtungen ist Emotionserkennung nach Artikel 5 grundsätzlich verboten. Dann hilft kein Hinweis.

G1 · Information der Betroffenen
In diesem Bereich kommt ein System zum Einsatz, das [Beschreibung, z. B. Altersgruppen für die Zutrittssteuerung] automatisiert erkennt. Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie unter [URL].

Wenn Sie diesen Baustein brauchen, brauchen Sie vorher eine rechtliche Prüfung. Der Bereich ist eng reguliert, und die Grenze zwischen zulässiger Kategorisierung und verbotener Praxis verläuft schmal.

H. Website und Datenschutzerklärung

Kein Ersatz für die Hinweise an Ort und Stelle

Sinnvoll als Sammelstelle, und im Prüfungsfall ein guter Beleg für ein geordnetes Vorgehen.

H1 · Abschnitt für die Datenschutzerklärung
Einsatz künstlicher Intelligenz Wir setzen KI-Systeme ein, um [Zwecke, z. B. Anfragen zu beantworten, Texte zu erstellen, Termine zu koordinieren]. Dabei kommen Dienste von [Anbieter] zum Einsatz. Wo Sie unmittelbar mit einem KI-System interagieren, weisen wir Sie an Ort und Stelle darauf hin. Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung oder erheblicher Bedeutung für Sie treffen wir nicht automatisiert. Angaben zur Verarbeitung personenbezogener Daten und zu den eingesetzten Auftragsverarbeitern finden Sie in Abschnitt [X] dieser Datenschutzerklärung. Fragen zum KI-Einsatz richten Sie an [Kontakt].
H2 · Zeile für das Impressum, freiwillig
Teile der Inhalte dieser Website wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.

Ihre Umsetzungsliste

Abhaken, was erledigt ist. Aufbewahren als Beleg, dass Sie die Prüfung vorgenommen haben.

PrüfpunktBaustein
Chatbot oder Live-Chat auf der WebsiteA1 bis A4
Telefonische Sprachannahme oder VoicebotB1, B2
Automatische E-Mail-AntwortenC1, C2
Veröffentlichte KI-Bilder oder VideosD1 bis D3
KI-Texte zu öffentlichen ThemenE1
KI im BewerbungsprozessF1
Emotionserkennung oder BiometrieG1
Datenschutzerklärung ergänztH1
Altsysteme von vor dem 2.8.2026 geprüftalle zutreffenden

Die letzte Zeile wird am häufigsten vergessen. Systeme, die vor dem 2. August 2026 in Betrieb waren, genießen die Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Danach gilt für sie dasselbe wie für alles andere.

Das war der einfache Teil

Die Kennzeichnung ist an einem Nachmittag erledigt. Was danach kommt, ist die Frage, welche KI-Werkzeuge bei Ihnen überhaupt laufen und wer sie mit welchen Daten füttert.

Der kostenlose Marketing-Check zeigt Ihnen in zehn Minuten, wo Sie stehen. Wenn Sie die Dokumente dazu wollen, gibt es das Kit.

Marketing-Check starten Kit ansehen, 249 Euro

Diese Textbausteine sind allgemeine Arbeitshilfen und keine Rechtsberatung. Rechtsstand September 2026. Ob und wie Artikel 50 auf Ihr Unternehmen anwendbar ist, hängt vom Einzelfall ab. Im Zweifel anwaltlich prüfen lassen.

Fahrplan

Bis zum 2. Dezember 2026, in fünf Schritten.

Für Chatbots, Voicebots und automatische Antworten, die vor August 2026 schon liefen, endet an diesem Tag die Übergangsfrist für die Kennzeichnung nach Artikel 50. Wenn Sie wollen, gehe ich das mit Ihnen der Reihe nach durch.

  1. Was heute schon gilt, und was davon Sie betrifft
  2. Die Liste Ihrer KI-Werkzeuge, in einer halben Stunde
  3. Kennzeichnung: wo der Hinweis hin muss
  4. Richtlinie und Unterweisung, ohne Projektaufwand
  5. Was bis zum 2. Dezember erledigt sein sollte

Fünf Mails über zwei Wochen, danach eine Erinnerung vor dem 2. Dezember. Dann ist Schluss. Sie bekommen zuerst eine Bestätigungsmail, ohne Ihre Zustimmung geht nichts raus. Abmelden mit einem Klick in jeder Mail. Wie ich mit Ihren Daten umgehe, steht in der Datenschutzerklärung.