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Das Living Prompt System
Die offene Methode statt einer Liste verderblicher Prompts. Kopieren, anpassen, weitergeben.
Die offene Prompt-Vorlage für Marketing-Teams im Mittelstand. Kostenlos. Kopierbar. Gemacht, um geforkt zu werden.
Andere verkaufen dir ein PDF mit 15 Prompts. Prompts sind verderblich — beim nächsten Modell-Update funktioniert die Hälfte schlechter. Was bleibt, ist die Methode. Genau die liegt hier offen.
Von AI Beratung & Marketing · Keine Anmeldung, keine E-Mail. Nimm es, ändere es, gib es weiter.
So benutzt du diese Vorlage
- Duplizieren (oben rechts „Duplicate“) → liegt in deinem Notion.
- Einmalig den Brand-Voice-Block ausfüllen (15 Minuten, einmal pro Marke).
- Für jede Aufgabe einen Master-Prompt aus den Bausteinen zusammensetzen.
- Was gut läuft, wandert in die Prompt-Bibliothek unten — mit Datum und Modell.
Du brauchst kein KI-Studium. Du brauchst eine Methode, die du verstehst.
Teil 1 — Warum System statt Prompt-Liste
Drei Gründe, kurz:
- Prompts altern, Methoden nicht. Ein Prompt, der bei einem Modell brilliert, bricht beim nächsten. Die Logik dahinter — Kontext, Ziel, Beispiele, Prüfung — gilt modellübergreifend.
- Kopierte Prompts klingen kopiert. Ohne deine Stimme produziert jedes Tool denselben glatten Werbesprech. Der Unterschied entsteht im Brand-Voice-Block, nicht im cleveren Prompt.
- Ein System ist überprüfbar. Du siehst, warum etwas funktioniert, und kannst es deinem Team beibringen. Eine PDF-Liste kann das nicht.
Teil 2 — Die Methode: CO‑STAR
CO-STAR ist kein Geheimwissen, sondern eine Checkliste. Sechs Bausteine. Je mehr du füllst, desto präziser das Ergebnis.
| Baustein | Frage, die er beantwortet | Beispiel |
|---|---|---|
| C — Context | Worum geht es? Was muss die KI wissen? | „Wir sind ein Maschinenbauer aus NRW, B2B, verkaufen an Einkaufsleiter.“ |
| O — Objective | Was genau soll herauskommen? | „Ein LinkedIn-Post, der zu einem Whitepaper-Download führt.“ |
| S — Style | In welcher Form? | „Sachlich, mit einer konkreten Zahl im ersten Satz, kein Smalltalk.“ |
| T — Tone | Welche Haltung? | „Selbstbewusst, aber nicht laut. Wie ein erfahrener Ingenieur.“ |
| A — Audience | Für wen? | „Technische Einkäufer, 45+, skeptisch gegenüber Marketing-Floskeln.“ |
| R — Response | Welches Format, welche Länge? | „Max. 120 Wörter, 3 Absätze, ein Call-to-Action am Ende.“ |
Faustregel: Ein schwacher Output liegt fast nie am Modell. Er liegt an einem fehlenden Baustein. Geh die Liste durch, bevor du dem Tool die Schuld gibst.
Teil 3 — Dein Brand-Voice-Block
Einmal ausfüllen. Danach in jeden Prompt oben hineinkopieren. Das ist der Unterschied zwischen „klingt nach KI“ und „klingt nach uns“.
Keine „Brand DNA“-Mystik. Eine Seite reicht.
MARKE: [Name] WAS WIR TUN: [in einem Satz, ohne Floskeln] SO KLINGEN WIR: - 3 Adjektive: [z. B. präzise, geradeheraus, trocken-humorvoll] - Satzlänge: [eher kurz / gemischt] - Anrede: [Sie / Du] WÖRTER, DIE WIR BENUTZEN: [z. B. „abmahnsicher“, „Festpreis“, „Klartext“] WÖRTER, DIE WIR NIE BENUTZEN: [z. B. „ganzheitlich“, „synergetisch“, „Game-Changer“, „revolutionär“] 3 SÄTZE, DIE TYPISCH FÜR UNS SIND: 1. [echtes Beispiel aus eurem Bestand] 2. [echtes Beispiel] 3. [echtes Beispiel] WAS WIR NIE SAGEN WÜRDEN: [1–2 Gegenbeispiele — genauso wichtig wie die guten]
Warum die Negativliste zählt: KI-Modelle treffen am sichersten ins Schwarze, wenn sie wissen, was sie vermeiden sollen. Die drei verbotenen Wörter wirken oft stärker als zehn erlaubte.
Teil 4 — Der Master-Prompt (Bauplan)
So setzt du Brand-Voice + CO-STAR + Beispiele zu einem Prompt zusammen. Das ist die wiederverwendbare Hülle — du tauschst nur die Aufgabe aus.
Du schreibst für folgende Marke: [HIER DEN BRAND-VOICE-BLOCK EINFÜGEN] AUFGABE (CO-STAR): - Context: [...] - Objective: [...] - Style: [...] - Tone: [...] - Audience: [...] - Response: [...] SO SIEHT GUTES AUS (Beispiel): [1 echtes, gutes Beispiel von euch einfügen — „Few-Shot“. Ein einziges starkes Beispiel schlägt drei mittelmäßige.] REGELN: - Keine erfundenen Fakten, Zahlen oder Zitate. Wenn etwas fehlt, frag nach. - Keine personenbezogenen Daten verarbeiten. - Liefere 2 Varianten, danach deine Empfehlung in einem Satz.
Few-Shot ist der stärkste Hebel. Ein gutes Beispiel im Prompt verändert das Ergebnis mehr als jede Formulierungskunst. Hast du kein gutes Beispiel? Dann ist das dein eigentliches Problem — nicht der Prompt.
Teil 5 — Drei durchgerechnete Beispiele
Beispiel A · LinkedIn-Post (B2B)
Schwacher Prompt: „Schreib einen LinkedIn-Post über unser neues Produkt.“
Starker Prompt: Master-Prompt + Context (Produkt, Zielgruppe) + Objective („Kommentare auslösen, kein Verkauf“) + Response („max. 100 Wörter, eine Frage am Ende, keine Hashtag-Wand“).
Warum besser: Das Modell rät nicht mehr. Ziel und Format sind hart gesetzt — also liefert es Brauchbares statt Generisches.
Beispiel B · Newsletter-Betreff
Schwacher Prompt: „Gib mir Betreffzeilen.“
Starker Prompt: Brand-Voice-Block + „10 Betreffzeilen, max. 6 Wörter, keine Emojis, kein ‚Jetzt‘/‚Exklusiv‘, Ton trocken.“ + 1 Beispiel eines guten alten Betreffs.
Warum besser: Die Negativliste schneidet genau den Spam-Klang weg, der KI-Betreffzeilen verrät.
Beispiel C · Produkttext aus Stichpunkten
Schwacher Prompt: „Mach daraus einen schönen Text.“
Starker Prompt: Master-Prompt + Stichpunkte als Context + „Keine Adjektiv-Häufung, ein Nutzen pro Satz, technische Begriffe behalten“ + Audience („Fachpublikum, kein Laienmarketing“).
Warum besser: „Schön“ ist keine Anweisung. „Ein Nutzen pro Satz“ ist eine.
Teil 6 — Das „Living“ daran: Pflege & Prüfung
Ein System lebt nur, wenn es gepflegt wird. Drei Routinen:
Mini-Qualitätscheck (vor dem Veröffentlichen):
- Stimmen alle Fakten und Zahlen? (KI erfindet souverän)
- Klingt es nach uns — oder nach „KI-Standard“?
- Sind KI-Inhalte gekennzeichnet, wo nötig?
- Keine personenbezogenen Daten in den Prompt geflossen?
Beim Modellwechsel: Nicht alle Prompts neu schreiben. Erst die 3 wichtigsten testen — wenn die noch sitzen, passt meist der Rest. Wenn nicht, liegt es fast immer an Style/Response, nicht am ganzen Prompt.
Versionslog führen (siehe unten) — damit du weißt, was wann mit welchem Modell funktioniert hat.
Teil 7 — Deine Prompt-Bibliothek
Hier sammelst du, was sich bewährt hat. Nur Geprüftes rein.
| Datum | Use-Case | Modell | Prompt-Kurz | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| LinkedIn-Post | ⭐⭐⭐ | |||
| Newsletter-Betreff | ||||
| Produkttext |
Versionslog
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.0 | Erstanlage aus dem Living Prompt System |
Lizenz & Herkunft
Diese Vorlage ist frei nutzbar, veränderbar und weitergebbar — auch kommerziell. Eine Nennung freut, ist aber keine Pflicht. Ursprung: AI Beratung & Marketing · brent-armstrong.com
Keine Rechtsberatung. Die Compliance-Hinweise sind Orientierung für Marketing-Use-Cases. Den vollständigen Pflicht-Check findest du im EU-AI-Act-Marketing-Check.
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